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Haruki's Afterdark Spaghetti and Black Coffee
Quotations and Annotations from/on the works of Haruki Murakami.

Hunger Edit

Der Bäckerereiüberfall Edit

Hunger hatten wir, so viel stand fest. Allerdings keinen gewöhnlichen, nein – uns kam es so vor, als hätten wir ein kosmisches Vakuum verschluckt. Anfangs war das Vakuum ganz klein, wie das Loch in einem Doughnut, wuchs sich in uns aber allmählich zu einem bodenlosen Nichts aus. Zu einem Hungermonument mit erhabener Begleitmusik. Hunger entsteht wie? Aufgrund mangelnder Nahrungsaufnahme natürlich. Warum mangelt es an Nahrung? Weil es an äquivalenten Tauschobjekten fehlt. Und warum, schließlich, standen uns solche nicht zu Gebote? Weil wir nicht genug Fantasie besaßen, vermutlich. Oder aber der Hunger hing direkt und ursächlich mit unserem Mangel an Fantasie zusammen.

»Ich leg sie um!« sagte mein Kumpel. Die Mischung aus Hunger und Wagner und Tantchen hatte seine nervöse Spannung verletzlich gemacht wie Pfirsichhaut. Ich schüttelte stumm den Kopf. Derweil ließ Tantchen das Tablett in ihrer Hand wieder eine dostojewskische Hölle durchwandern. Zunächst trat der Krapfen auf die Tribüne und hielt eine Rede an das römische Volk, die man durchaus als bewegend bezeichnen konnte. Herrliche Phraseologie, perfekte Rhetorik, tragender Bariton … alle klatschten, Applaus, Applaus. Danach gingen die Croissants aufs Podium und redeten irgendeinen Unsinn bezüglich Verkehrsampeln. Linksabbieger fahren bei grünem Licht für den Geradeausverkehr langsam vor und biegen erst ab, nachdem sie sich vergewissert haben, dass kein Gegenverkehr herrscht. Etwas in der Art. Das römische Volk wusste nicht recht, wovon die Rede war, klatschte aber, denn es hörte sich kompliziert an: Applaus, Applaus. Der Beifall für die Croissants war ein bisschen lauter. Und der Krapfen wurde wieder zurückgelegt.

Der zweite Bäckereiüberfall Edit

Was mir den Überfall in Erinnerung rief, war ein kaum auszuhaltender Hunger. Es war kurz vor zwei Uhr nachts. Meine Frau und ich hatten um sechs Uhr ein leichtes Abendessen eingenommen, waren um halb zehn ins Bett gegangen und hatten die Augen zugemacht, waren aber zu der genannten Zeit seltsamerweise gleichzeitig wieder aufgewacht. Mit der Macht des Wirbelwindes, der im »Zauberer von Oz« vorkommt, überfiel uns kurz darauf der Hunger. Ein gewaltiger, geradezu unfair zu nennender Hunger. Unser Kühlschrank enthielt allerdings nichts, was den Namen »Lebensmittel« verdient hätte. Was wir fanden, waren French Dressing, sechs Dosen Bier, zwei schrumplige Zwiebeln, Butter und einen Beutel Geruchsfrei. Wir waren erst zwei Wochen verheiratet und hatten noch keine gemeinschaftliche Vorstellung davon entwickelt, was Essen sei. Damals gab es noch einen Haufen anderer Dinge, die wir entwickeln mussten.

Spaghetti Edit

Haruki's Aufziehvogel und Dienstagsfrauen - Thieving Magpie - Spaghetti - Penguin the Magpie - love Mum's spaghetti (gefällt 1904 Mal)

Mister Aufziehvogel und die Dienstagsfrauen Edit

Aus dem Japanischen von Nora Bierich.

Als diese Frau anrief, stand ich gerade in der Küche und kochte Spaghetti. Die Spaghetti waren so gut wie fertig, und ich pfiff zusammen mit dem Radio die Ouvertüre aus Rossini's »Die diebische Elster«. Die perfekte Musik zum Spaghettikochen. Ich wollte das Klingeln des Telefons eigentlich ignorieren und weiter meine Spaghetti kochen. Sie waren fast gar, und Claudio Abbado war gerade dabei, das Londoner Symphonieorchester zu seinem musikalischen Höhepunkt zu führen, aber dann stellte ich doch das Gas kleiner, rannte mit den Kochstäbchen in der rechten Hand ins Wohnzimmer und nahm den Hörer ab.

Um halb eins ging ich, wie jeden Tag, mit einer großen Segeltuchtasche über der Schulter einkaufen. Zuerst ging ich zur Bank und bezahlte die Gas- und Telefonrechnung, dann kaufte ich im Supermarkt für das Abendessen ein und aß zum Schluss bei McDonald’s einen Cheeseburger und trank einen Kaffee. Als ich, zu Hause angekommen, die Lebensmittel in den Eisschrank stopfte, klingelte das Telefon. Es war ein sehr nervöses Klingeln, fand ich. Ich ließ die halb geöffnete Plastikpackung mit Tofu auf dem Küchentisch liegen, ging ins Wohnzimmer und nahm den Hörer ab.
»Und, sind Sie fertig mit Ihren Spaghetti?« Es war wieder die Frau.
»Ja«, erwiderte ich. »Aber jetzt muss ich die Katze suchen gehen.«

Im Jahr der Spaghetti Edit

Haruki Murakami スパゲティーの年に The Year of Spaghetti

Die deutsche Übersetzung stammt von der geschätzten Ursula Græfe.

1971 war das Jahr der Spaghetti. 1971 kochte ich Spaghetti, um zu leben, und lebte, um Spaghetti zu kochen. Es erfüllte mich mit Freude und Stolz, wenn der Dampf von meinem Aluminiumtopf aufstieg, und die in der Kasserolle brodelnde Tomatensoße war der Gipfel meiner Sehnsüchte. [....] Ich kaufte jede nur mögliche Nudelform und kochte jede nur mögliche Soße. Ein ständiger Geruch nach Knoblauch, Zwiebeln und Olivenöl hing in meiner kleinen Wohnung. Winzigste Teilchen verbanden sich zu einem harmonischen Dunst, der in jede Ritze drang und von Boden, Decke, Wänden, Kleidung, Büchern, Schallplattenhüllen, dem Tennisschläger und den Stapeln alter Briefe aufgesogen wurde. Ein Duft wie von einem altrömischen Aquädukt.

Kaffee Edit

Coffee & Cigarettes - I drink a lot of coffee before I go to sleep so I can dream faster

Schlaf Edit

Als es draußen hell wurde, legte ich das Buch zur Seite und kochte mir in der Küche einen Kaffee. Die Szenen aus dem Roman, die immer noch in meinem Kopf herumschwirrten, und ein plötzliches Hungergefühl machten jeden Gedanken unmöglich. Es war, als wären Bewußtsein und Körper auseinandergedriftet und irgendwo eingerastet. Ich schnitt mir zwei Scheiben Brot ab, bestrich sie mit Butter und Senf und machte mir ein Käse-Sandwich. Ich aß im Stehen vor dem Spülbecken. Es kam äußerst selten vor, dass ich solchen Hunger hatte. Ich war so wahnsinnig hungrig, dass mir das Atmen schwerfiel. Nach dem einen Sandwich hatte ich immer noch Hunger. Ich machte mir ein zweites, aß auch dieses und trank noch einen Kaffee.

Gleich würde mein Mann nach Hause kommen. Überstürzt schlug ich das Buch zu und eilte in die Küche. Ich füllte Wasser in einen Topf und zündete das Gas an. Dann schnitt ich ein paar Schalotten und stellte die Soba zum Kochen bereit. Bis das Wasser kochte, weichte ich einige getrocknete Algen in Wasser ein und machte sie mit Essig an. Ich nahm den Tofu aus dem Eisschrank und bereitete ihn in Würfeln geschnitten als Hiyayakko zu. Zum Schluss ging ich ins Badezimmer und putzte mir die Zähne, um den Schokoladengeruch loszuwerden.

Scheunenabbrennen Edit

Ich stand auf und öffnete das Fenster, um das Zimmer zu lüften, dann kochte ich mir in der Küche einen Kaffee. Am nächsten Tag ging ich zum Buchladen und kaufte eine Karte der Stadt, in der ich lebte. Es war eine Grundkarte im Maßstab 1:20000, auf der auch die kleinsten Straßen eingezeichnet waren. Ich ging mit der Karte die ganze Gegend ab und machte mit dem Bleistift an jeder Stelle, an der eine Scheune stand, ein Kreuz. In drei Tagen hatte ich eine quadratische Fläche von vier mal vier Kilometern bis in jede kleinste Ecke erkundet. Unser Haus liegt in einem Vorort, und in der Umgebung stehen noch viele Bauernhäuser. Daher gibt es auch eine beträchtliche Anzahl von Scheunen. Insgesamt waren es sechzehn. Seine Scheune musste darunter sein. [....] Am Schluss blieben fünf Scheunen übrig. Fünf abzubrennende Scheunen. Beziehungsweise fünf Scheunen, gegen deren Abbrennen nichts einzuwenden war.

Frachtschiff nach China Edit

Zuerst gingen wir in ein Restaurant, tranken ein Bier und aßen Pizza. Die Arbeit war vorbei. Nie mehr brauchten wir in dieses kalte Lagerhaus zu gehen und Bücher zu schleppen. [....] Ein kalter Märzabendwind wehte, doch man konnte schon den Frühling ahnen. Uns war noch immer heiß, und mit den Mänteln in der Hand spazierten wir ziellos in der Stadt herum. Wir machten einen Abstecher in einen Spielsalon, tranken einen Kaffee und schlenderten wieder weiter. Die Hälfte der Frühlingsferien lag noch vor uns, doch vor allem waren wir erst neunzehn. Hätte uns jemand befohlen, weiterzulaufen, wären wir vielleicht bis ans Ufer des Tamagawa gegangen. Noch heute kann ich die Stimmung der Abendluft spüren.

Es war ein kalter Nachmittag im Dezember. Kein Wind wehte, doch die Luft war kühl, und auch das Licht, das ab und zu zwischen den Wolken hervordrang, vermochte nicht, den düster grauen Schleier zu vertreiben, der über der Stadt hing. Ich war auf dem Rückweg von der Bank und ging in ein verglastes Café an der Aoyama-Straße, wo ich bei einer Tasse Kaffee in einem Roman blätterte, den ich gerade gekauft hatte.

Der Elefant verschwindet Edit

Vom Verschwinden des Elefanten aus dem städtischen Elefantenhaus erfuhr ich aus der Zeitung. Wie jeden Morgen war ich an jenem Tag beim Klingeln des Weckers um sechs Uhr dreizehn aufgewacht, war in die Küche gegangen, hatte Kaffee gekocht, eine Scheibe Brot getoastet, das Radio eingeschaltet und, während ich meinen Toast aß, die Morgenausgabe der Zeitung auf dem Tisch ausgebreitet. [....] Während ich eine zweite Tasse Kaffee trank, las ich den Zeitungsartikel noch einmal Wort für Wort durch. Es war ein seltsamer Artikel. Die Sorte Artikel, bei der Sherlock Holmes seine Pfeife ausklopfen und sagen würde: »Sieh dir das an, Watson. Ein sehr interessanter Artikel. Wirklich sehr interessant.«

Afterdark Edit

Im Hintergrund spielt leise Go Away Little Girl vom Orchester Percy Faith. Natürlich hört niemand zu. Um diese späte Stunde essen alle möglichen Leute hei »Denny's« oder trinken Kaffee, doch das Mädchen ist der einzige weibliche Gast ohne Begleitung. Mitunter schaut sie von ihrem Buch auf und wirft einen Blick auf ihre Armbanduhr. Die Zeit schreitet wohl langsamer voran, als sie meint. Andererseits scheint das Mädchen auf niemanden zu warten. Sie blickt sich weder im Lokal um, noch schaut sie zum Eingang. Sie liest nur in ihrem Buch, zündet sich hin und wieder eine Zigarette an, nippt mechanisch an ihrer Kaffeetasse und wartet darauf, dass die Zeit ein wenig schneller vergeht. Unnötig zu erwähnen, dass die Morgendämmerung noch weit entfernt ist.

Als die Bedienung das Wasser bringt, bestellt er Hühnchensalat mit knusprigem Toast. »Sehr knusprig, bitte«, betont er. »Kurz bevor er verbrennt.« Für nach dem Essen nimmt er noch einen Kaffee. Die Kellnerin gibt die Bestellung in ein Gerät ein, das sie in der Hand hält, und liest sie ihm zur Sicherheit noch einmal vor. »Und noch einen Kaffee«, sagt er und zeigt auf Mari's Tasse. »Gut, noch einmal Kaffee.«

Er summt die ersten acht Takte von Five Spot After Dark. »Das kenne ich«, sagt Mari. Er macht ein ungläubiges Gesicht. »Du kennst es?« Mari summt die folgenden acht Takte. »Woher denn bloß?«, sagt er. »Darf ich es nicht kennen?« Der Mann stellt seine Kaffeetasse ab und schüttelt heftig den Kopf. »Natürlich darfst du ... Aber es ist unglaublich. Dass es heutzutage ein Mädchen gibt, das Five Spot After Dark kennt. ... Egal, jedenfalls faszinierte mich dieser Curtis Fuller so sehr, dass ich anfing, Posaune zu spielen. Ich hab mir von meinen Eltern Geld geliehen, mir ein gebrauchtes Instrument besorgt und bin in die Blasinstrumente-AG in der Schule eingetreten. Seit der Oberstufe spiele ich in so was wie einer Band. Zuerst war es eine Rockband, so ähnlich wie früher >Tower of Power<. Kennst du >Tower of Power<

Wie ich eines schönen Morgens im April das 100%ige Mädchen sah Edit

Sie liebten auch, mal 75%, mal 85%. Der Junge war zweiunddreißig, das Mädchen war dreißig geworden. Die Zeit war im Fluge vergangen. Und eines schönen Morgens im April geht der Junge von Westen nach Osten durch eine kleine Seitenstraße in Harajuku, um einen Kaffee zu trinken, und das Mädchen geht, um Briefmarken für einen Eilbrief zu kaufen, die gleiche Straße von Osten nach Westen. In der Mitte der Straße kommen sie aneinander vorbei. Für einen Moment blitzt der schwache Schein verlorener Erinnerung in ihren Herzen auf. Es dröhnt in ihrer Brust. Und sie wissen. Sie ist für mich das 100%ige Mädchen. Er ist für mich der 100%ige Junge.

Lederhosen Edit

Es war ein wunderschöner Nachmittag im Frühsommer. Der Bach, der quer durch den Ort floß, plätscherte kühl, und das grüne Gras am Ufer wogte im Wind. Alte Straßen mit Kopfsteinpflaster beschrieben sanfte Windungen und verliefen sich in der Ferne, und überall gab es Katzen. Sie trat in ein kleines Cafe, das ihr gefiel, und aß Käsekuchen zu Mittag und trank dazu ein Kännchen Kaffee. Die Häuser an der Straße waren hübsch, und rundherum war es ganz still.

Ich hatte keine Lust zu arbeiten und sah mir gerade, mit unserer Katze auf den Knien, einen Videofilm an. Ich bat sie herein und machte uns einen Kaffee. Während wir Kaffee tranken, guckten wir noch die letzten zwanzig Minuten von Der weiße Hai.

Familiensache Edit

Ich toastete mir in der Küche zwei Scheiben Brot und wärmte den Kaffee auf. Ich wollte das FM-Radioprogramm hören, aber mir fiel ein, daß die Anlage kaputt war. Statt dessen las ich die Rubrik mit den Buchrezensionen und knabberte dabei meinen Toast. Unter den besprochenen Büchern war nicht ein einziges, das mich zum Lesen animiert hätte. Es gab einen Roman »über das Sexualleben eines älteren Juden, in dem Phantasie und Wirklichkeit ineinander verwoben sind«, eine historische Betrachtung über die Therapiemöglichkeiten von Schizophrenie und einen ausführlichen Bericht über die Kupfervergiftung in Ashio – Bücher dieser Art.

TV People Edit

Ich war furchtbar müde. Aber ich konnte nicht schlafen. Sobald ich die Augen schloß, erschienen die TV-PEOPLE. TV-PEOPLE, die den Fernseher trugen, TV-PEOPLE, die die Uhr herunternahmen, TV-PEOPLE, die die Zeitschriften auf den Tisch legten, TV-PEOPLE, die den Stecker in die Steckdose steckten, TV-PEOPLE, die den Bildschirm überprüften, TV-PEOPLE, die die Tür öffneten und schweigend wieder verschwanden. Sie waren die ganze Zeit in meinem Kopf. Sie spazierten darin herum. Ich stand wieder auf, ging in die Küche und goß mir einen doppelten Whiskey in eine Kaffeetasse, die auf der Spüle stand. Dann legte ich mich wieder aufs Sofa und öffnete das Buch von Márquez. Aber die Sätze blieben ohne Sinn. Ich hatte nicht die leiseste Ahnung, was dort geschrieben stand.

Der letzte Rasen am Nachmittag Edit

Nachdem ich ungefähr eine Stunde gemäht hatte, machte ich eine kleine Pause, setzte mich in den Schatten des Kampferbaumes und trank Eiskaffee. Der Zucker drang in jede Zelle meines Körpers. Über meinem Kopf zirpten unaufhörlich die Zikaden.

UFO in Kushiro Edit

Morgens machte Komura sich selbst seinen Toast, trank allein seinen Kaffee und ging zur Arbeit. Abends, wenn er nach Hause kam, saß seine Frau noch in der gleichen Haltung vor dem Fernseher wie am Morgen. Ratlos bereitete er sich mit dem, was er im Kühlschrank fand, ein einfaches Abendessen und verzehrte es allein. Wenn er zu Bett ging, verfolgte seine Frau gerade mit starrem Blick und von einer Mauer aus undurchdringlichem Schweigen umgeben die Spätnachrichten. Komura gab es auf, sie auch nur anzusprechen. Und als er an jenem Sonntag, dem fünften Tag, um die übliche Zeit von der Arbeit nach Hause kam, war seine Frau verschwunden.

Thaiand Edit

Satsuki hatte in der Cafeteria einen schlammigen Kaffee getrunken und einen halben, sehr süßen Doughnut gegessen. Das teure Hotel, in dem sie eine Woche verbringen wollte, lag in den Bergen. Von den Gebäuden aus blickte man auf den Gebirgsbach, der durch das Tal floss. An den Hängen blühten überall herrliche Blumen in allen Grundfarben.Tropische Vögel flogen mit schrillen Rufen von Baum zu Baum.

Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt Edit

Ich befand mich im fünften oder sechsten Arbeitszyklus, als der Alte zurückkam. Er trug einen großen Korb.
»Ich habe frischen Kaffee und Sandwiches mitgebracht«, sagte er. »Mit Gurken, Schinken und Käse. Ist Ihnen das recht?«
»Vielen Dank. Genau nach meinem Geschmack«, sagte ich.
»Wollen Sie jetzt gleich essen?«
»Wenn ich mit diesem Zyklus fertig bin.«
Beim Piepsen der Armbanduhr hatte ich fünf der sieben Zahlenlisten gewaschen. Es war fast geschafft. Ich stand auf, streckte mich ausgiebig und machte mich über die Sandwiches her. In einem Restaurant oder Café hätte man daraus fünf oder sechs Portionen gemacht. Ich aß etwa zwei Drittel davon, allein, schweigend. Bei längerem Zahlenwaschen bekomme ich irgendwie immer enormen Hunger. Ich steckte mir die Sandwiches in der Reihenfolge Schinken – Gurken – Käse in den Mund und spülte mit heißem Kaffee nach.

Haruki's Vorwort zu den Birthday Stories Edit

An einem meiner Geburtstage machte ich eine – für mich persönlich – seltsame Erfahrung. Am Morgen dieses Geburtstages saß ich in der Küche meiner Tokyoter Wohnung und hörte Radio. Ich stehe meist sehr früh auf – so zwischen vier und fünf Uhr morgens –, um zu arbeiten. Bevor ich mich in meinem Arbeitszimmer an den Schreibtisch setze, mache ich mir (meine Frau schläft noch) Kaffee und Toast. Dabei höre ich fast immer die Nachrichten im Radio, nicht eigentlich der Nachrichten wegen, sondern um mir die Zeit zu vertreiben, wenn ich allein bin. Während ich also darauf wartete, dass mein Kaffeewasser kochte, verlas der Sprecher eine Liste der öffentlichen Veranstaltungen an diesem Tag mit Orts- und Zeitangaben. Der Kaiser würde irgendwo einen Baum pflanzen, ein großes englisches Schiff sollte in Yokohama anlegen, und außerdem würden landesweite Feierlichkeiten zum offiziellen Tag des Kaugummis abgehalten (kaum zu glauben, ich weiß, aber so einen Tag gibt es wirklich. Ich denke mir das nicht aus). Am Ende führte der Sprecher die Namen berühmter Leute auf, die am 12. Januar Geburtstag haben. Mein Name war auch dabei! »Der Schriftsteller Haruki Murakami feiert heute seinen soundsovielten Geburtstag«, hieß es. Ich hatte nur mit halbem Ohr zugehört, aber als plötzlich mein Name ertönte, stieß ich vor Überraschung beinahe den Kessel mit kochendem Wasser um. »Boah!«, rief ich und sah mich unwillkürlich im Raum um. Einen Moment später dämmerte mir, dass mein Geburtstag nun nicht mehr mir allein gehörte, sondern als öffentliches Ereignis galt.

Sandwich Edit

The Wind-up Bird and Tuesday's Women Edit

Aus dem Japanischen von Alfred Birnbaum, via: The Metaphysics of Food.

The homes that sandwich the passage are of two distinct types and blend together as well as liquids of two different specific gravities. First there are the houses dating from way back, with big backyards; then there are the comparatively newer ones. None of the new houses has any yard to speak of; some don’t have a single speck of of yard space. Scarcely enough room between the eaves and the passage to hang out over two lines of laundry. In some places, clothes actually hang out over the passage, forcing me to inch past rows of still-dripping towels and shirts. I’m so close I can hear television playing and toilets flushing inside. I even smell curry cooking in one kitchen.

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